Ai Weiwei im K21

uni-ball eye UB-157 Tintenroller und Buntstiftstummel auf 29,3 x 21 cm (96 g/qm Canson Artbook Inspiration Skizzenheft A5).

Heute Nachmittag mit meiner Frau in Düsseldorf, um die Retrospektive von Ai Weiwei zu sehen, bevor diese zu Ende geht. Vor dem K20 eine lange Besucherschlange. Wir gehen ins K21 zum zweiten Teil der Ausstellung, wo wir nur kurz warten müssen. Im Souterrain die 17 Meter lange Installation »Life Cycle« (2018). Hunderte dünne Bambusleisten sind mit Hilfe von Seidenfäden und Sisalgarn in traditioneller Technik zusammengefügt, so dass ähnlich einem computersimulierten 3D-Netzmodell die filigran-transparente Form eines Schlauchboots entsteht. 36 in demselben Verfahren gestaltete menschliche Figuren, einige mit Köpfen aus dem chinesischen Tierkreis, sitzen eng nebeneinander in dem Boot wie Flüchtlinge auf dem Mittelmeer. Trotz der hohen Materialdichte scheint sich die Plastik aufzulösen, als wären die Menschen im Boot nicht wirklich vorhanden, sondern nur eine geisterhaft-virtuelle Vorstellung. Textzitate diverser Quellen von der griechischen Antike über jüdische, christliche und islamische Literatur bis hin zu zeitgenössischen Autoren verweisen auf eine tradierte Wertekultur im Zusammenhang mit Irrfahrten, Vertreibung, Flucht und Integration.
Ai Weiwei ist für sein kompromissloses politisches Engagement bekannt. Viele seiner Werke sind plakativ und leben von Quantität und Wiederholung. Mich überrascht jedoch die assoziative Kraft seiner Bildideen. Hinzu kommen die technische Sorgfalt der Ausführung und die hohe gestalterische Qualität. Gründe genug, mir im Skizzenbuch ein eigenes Bild von Ai Weiwei zu machen.

Über Al

Kommunikationsdesigner und Lehrer. Wuppertal (Deutschland)
Dieser Beitrag wurde unter Bildnis, freihand vor Ort, Museum veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.