Urban Sketchers

12-07-23_Ja, Orangerie Kassel:
Sommer 2012. In der Bilderrahmenabteilung bei Ikea fällt mir eine Serie von sechs Zeichnungen des britischen Künstlers James Hobbs auf, die mit wenigen breiten Eddingmarkerlinien alltägliche Stadtszenen in London zeigen. Ich kaufe das Set und google zu Hause nach dem Zeichner. Dabei werde ich auf die Urban Sketchers aufmerksam.
Das 2011 in den USA erschienene Buch »The Art of Urban Sketching« des in Montreal tätigen Journalisten und Initiators der Bewegung Gabriel Campanario stellt sehr anschaulich Zeichner aus aller Welt vor, die in ihren Skizzenbüchern ähnlich wie ich ihre Alltagswelt in den Städten, in denen sie leben oder in die sie reisen, aufzeichnen. Auffallend vielen professionellen Gestaltern geht es dabei wie mir: Regelmäßiges freies Skizzieren – auch gemeinsam mit anderen Zeichnern – wird als eine inspirierende Ergänzung oder auch als Alternative zur voll digitalisierten Schreibtischroutine erfahren, weil es unter anderem losgelöst ist von Funktionalität und zeitlichem Druck. Der Reiz liegt vor allem darin, das reale Leben nach Art einer Reportage und zugleich sehr subjektiv zu dokumentieren. Blogs und flickr-Galerien zeigen, dass die zeitgenössischen Freiluftzeichner vielfältigsten Berufen und Altersgruppen angehören. Inzwischen hat sich die Bewegung zu einem internationalen Phänomen entwickelt, das in der Öffentlichkeit unter anderem auch als eine Art analoge Antwort auf die zunehmende Alltagsdigitalisierung wahrgenommen wird.

Urban Sketchers network
I’m an urban sketcher.