zehn

Pentel Brush Pen auf 29,7 x 21 cm (96 g/qm LANA Esquisse Skizzenblock A4).

Zehn Finger – die Zahlen 1 und 0. Eine (gestaltungsphilosophische) Anmerkung:
Analog und digital sind elementare Gegenbegriffe, aber sie gehören zusammen, wie das Wort digital durch seine Herkunft von lat. digitus = Finger beweist, was auf das Zählen mit Hilfe der Finger zurückzuführen ist. Wir müssen uns daher dialektisch mit diesen Gegensätzen befassen. Beim Denken lässt sich das Digitale (begrifflich-Abstrakte) nicht vom Analogen (anschaulich-Konkreten) trennen. Eine nur einseitige Vorstellung vom Denken, welche die angebliche Überlegenheit maschineller Präzision überbewertet und damit – wie es zurzeit leider auch in den Schulen der Fall ist – digitale Technologien bevorzugt, wird nicht zu einer humaneren Gestaltung unserer Lebenswelt führen. Analytisches Denken einerseits und Körpererfahrung mit allen Sinnen andererseits müssen sich wechselseitig ergänzen. Von den Neurowissenschaften wissen wir, dass der eine und der andere Prozess jeweils in einer speziell dafür zuständigen Gehirnhälfte abläuft – einerseits logisch und aufeinander folgend, andererseits anschauend-vergleichend. Vor allem das Sehen ist ein vergleichender, also analoger Vorgang, bei dem die Dinge in ihrer Relation zueinander abgewogen und beurteilt werden: Wir brauchen Analogien, um denken, planen und gestalten zu können.

Dieser Beitrag wurde unter Advent, freihand vor Ort, Hände veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert