Monatsarchive: Januar 2014

Tronies

14-01-23_06

Kreul Solo Goya Triton Acrylfarbe auf 50 x 70 cm (110 g/qm Marpa Jansen Recycling-Skizzenpapier).

Habe momentan in der Schule viel um die Ohren, so dass ich wieder lange nicht zum Zeichnen gekommen bin. Zwischendurch ergab sich diese Woche allerdings eine schöne Gelegenheit für ein paar schnelle Tronies, während meine Q2-Schüler mit ihrer Malerei-Aufgabe beschäftigt waren: statt Zeichenstift und Skizzenbuch zur Abwechslung mal Acrylfarbe, breiter Pinsel und großes Papierformat.
»Tronie« ist ein alter aus dem romanischen Sprachraum entlehnter niederländischer Ausdruck, der heute nur noch meist abwertend für ein unansehnliches Gesicht im Sinn von »Visage«, »Fratze« oder »Fresse« gebraucht wird. Im 17. Jahrhundert hatte der Begriff noch einen völlig anderen Klang. Man bezeichnete damit allgemein Mimik und Gesichtsausdruck. In der niederländischen Kunst des Barock war die Tronie mit ihrer erfrischend veristischen Darstellung physiognomischer Besonderheiten von Gesichtern und ausdrucksstarker Mimik ein eigener Bildtypus. Solche Bilder wurden in virtuoser Technik vor dem lebenden (meist anonymen) Modell gezeichnet oder gemalt. Im Unterschied zum Porträt geht es bei der Tronie nicht um die Darstellung individueller Persönlichkeiten, sondern vielmehr um typisierte positive oder negative menschliche Eigenschaften und das damit verbundene breite Spektrum möglicher Affekte und Emotionen. Auch flüchtige Momenthaftigkeit spielt eine Rolle. Tronies wurden in den Niederlanden während des Goldenen Zeitalters geradezu massenhaft produziert. Als eigenständige repräsentative Kunstwerke standen sie bei Sammlern hoch im Kurs, weil sie in ihrer lebensnahen Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit viel Freiraum für subjektive Deutungen und Assoziationen boten. Hiermit konnte man als Besitzer seinen gehobenen Kunstgeschmack demonstrieren. Der Leidener Maler Jan Lievens gilt neben Rembrandt Harmensz. van Rijn als stilbildender Troniekünstler dieser Epoche.

14-01-21_0214-01-21_0114-01-23_0114-01-23_0214-01-23_0514-01-23_0314-01-23_04

Veröffentlicht unter Schule, Tronie | 2 Kommentare

Schraffurhusten

14-01-05_Teekanne

Lamy Safari mit Noodlers Polar Black Tinte auf 27,5 x 21,5 cm (270 g/qm Stillman & Birn Beta Series Sketchbook).

Meine Frau und ich husten seit ein paar Tagen um die Wette. Waren trotzdem heute bei Sohn und Freundin zum Tee eingeladen. Nett und gemütlich. Habe nebenbei entdeckt, dass Reizhusten ideal beim Kreuzschraffieren hilft.

Veröffentlicht unter freihand vor Ort, Helldunkel, Still | Hinterlasse einen Kommentar

achtunddreißigdrei

14-01-02_An-

Pentel Aquash Waterbrush (gefüllt mit farbiger Rohrer & Klingner Zeichentusche) auf 27,6 x 21,6 cm (Canson Artbook 180º, A5, 96 g/qm).

Nachdem sich einige Familienmitglieder an den Feiertagen mit Erkältung und Husten herumschlagen mussten, fühlte sich heute beim Abendbrot auch meine Frau fiebrig und erschlagen.

Veröffentlicht unter freihand vor Ort, Porträt | Hinterlasse einen Kommentar

grünes Licht

14-01-01_Lichtscheid-

Pentel Brush Pen und Pentel Aquash Waterbrush mit Horadam Aquarellfarben auf 27,5 x 21,5 cm (270 g/qm Stillman & Birn Beta Series Sketchbook).

Lichtscheid. Höchster Standort Wuppertals, 350 Meter über Normalnull. 6º Celsius. Mit seiner kümmerlichen Lichterkette auf der Dachantenne sah der Wasserturm vor dem Abendhimmel ein bisschen aus wie ein überdimensionaler Leuchter mit verglimmender Kerze. Für die Zeit gibt es kein Halten.

Veröffentlicht unter freihand vor Ort, Helldunkel, Urban Sketching | Hinterlasse einen Kommentar

weiterzeichnen

13-12-31_Uwe

Pentel Brush Pen und Pentel Aquash Waterbrush mit Horadam Aquarellfarben auf 27,5 x 21,5 cm (270 g/qm Stillman & Birn Beta Series Sketchbook).

Wünsche allen Besuchern meines Blogs ein gesegnetes neues Jahr mit guten Begegnungen und Erfahrungen. Und natürlich auch allen, die meine anhaltende Leidenschaft für den flüchtigen Augenblick und fürs freihändige Skizzieren teilen.

Veröffentlicht unter freihand vor Ort, Helldunkel, Porträt | Hinterlasse einen Kommentar