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Kommunikationsdesigner und Lehrer. Wuppertal (Deutschland)

postscriptum zur Herbstreise

Micro-Tintenroller und Aquarellfarben auf 14,85 x 10,5 cm (300 g/qm Aquarellpapier aus 100% Zellulose, kaltgepresst).

Was man nicht alles vergisst! Ich zeichne noch schnell eine Karte nach einem meiner Fotos vom Spielplatz und lege sie mit ins Paket. Und ab geht die Post nach Winterbach.

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Winterbach, ade!

Micro-Tintenroller und Buntstiftstummel auf 21 x 14,8 cm (96 g/qm Skizzenheft A6).

Beim Sonntagsfrühstück fällt ein Milchzahn aus – und mir der Abschied schwer.

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Aufgaben verteilen in Winterbach

Micro-Tintenroller und Buntstiftstummel auf 21 x 14,8 cm (96 g/qm Skizzenheft A6).

Wir frühstücken gemeinsam und planen den Tag: Papa ist schon mit dem Elektriker im neuen Haus. Opa wird die restlichen Fußböden abkleben, damit anschließend Mama mit ihren Freundinnen die Wände streichen kann. Um die drei Jungs wird sich heute die schwäbische Oma kümmern und auch das Mittagessen für alle vorbereiten.

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Donauwelle in Winterbach

Micro-Tintenroller und Buntstiftstummel auf 21 x 14,8 cm (96 g/qm Skizzenheft A6).

Der älteste und der zweitälteste Enkelsohn sind beide kreativ begabte Jungen. Der eine ist ein leidenschaftlicher kleiner Konditor und hat gerade ganz allein eine Donauwellentorte gebacken. Der andere zeichnet bei jeder Gelegenheit alles, was er sieht. Nachdem sie ihre Hausaufgaben gemacht haben, verbringe ich den Nachmittag mit den beiden auf dem Spielplatz hinter dem neuen Haus, während die schwäbische Oma sich um den Jüngsten kümmert. Freunde helfen den Eltern derweil, neue Leitungsschlitze in Küchenwände zu stemmen oder Decken und Zimmerwände frisch zu streichen.

Wassertankpinsel mit grauer Zeichentinte, schwarzer Brush Pen und Aquarellfarben auf 21 x 29,7 cm (200 g/qm Aquarell-Skizzenbuch A5).
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Tohuwabohu in Winterbach

Tintenroller und Buntstiftstummel auf 29,7 x 21 cm (80 g/qm Kopierpapier).

Auf meiner Herbstrundreise bin ich auch zu Gast bei der Familie meiner ältesten Tochter, um ein bisschen bei den Vorbereitungen für den bald bevorstehenden Umzug zu helfen. Unsere drei Enkelsöhne in Winterbach sind neun, sieben und zwei. Natürlich stellen sie das Haus auf den Kopf, während ich Regale auseinander schraube und meine Tochter den Inhalt in Umzugskartons einräumt. Die nächste Chaos-Lektion vor dem Schlafengehen lernen die Jungs bei ein paar Episoden von Shaun das Schaf.

Micro-Tintenroller auf 21 x 14,8 cm (96 g/qm Skizzenheft A6).
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screencap in Fürth

Micro-Tintenroller auf 21 x 14,8 cm (96 g/qm Skizzenheft A6).

In Fürth besuche ich meinen jüngsten Sohn. Wir bummeln gemeinsam durch die Stadt und kommen müde und regennass zurück. Jetzt gucken wir Blade Runner 2049. Mittendrin halte ich den Film an, weil mein Sohn und die Mitbewohner seiner WG das Vorstellungsgespräch einer Bewerberin um das freie Zimmer führen. Es dauert etwas, und ich nutze die Zeit für eine Skizze des Standbildes.
Lenny James spielt den Verwalter des Morrillcole-Waisenhauses in San Diego, wo Kinder Altmetalle fürs Recycling sortieren müssen. Dort sucht Blade Runner Joe vergeblich nach Daten über die von der Replikantin Rachael geborene Ana Stelline. Stattdessen findet er dort in einem Versteck das kleine hölzerne Pferdchen aus seinen eigenen Erinnerungen mit dem Geburtsdatum 6.10.21.

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Sternenwanderer in Nebra

6B Graphitstift und Aquarellfarben auf 21 x 29,7 cm (200 g/qm Aquarell-Skizzenbuch A5).

Mein Sohn hatte mir zum Geburtstag ein Ticket für das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle geschenkt, dessen hervorragendes Ausstellungskonzept ich sehr schätze. Das komplexe Bildprogramm der hier im Original ausgestellten Himmelsscheibe von Nebra gibt der Forschung zum Teil noch immer ungelöste Rätsel auf. Der Museumsdirektor und Landesarchäologe Harald Meller hat mit seinem Team eine faszinierende, aber nicht unangefochtene Deutungshypothese aufgestellt, die jetzt in einer Sonderausstellung durch lokale und international zusammengetragene archäologische Funde dokumentiert und umfassend untermauert wird: Die vernetzten Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Entstehungsgeschichte der etwa 3800 Jahre alten Himmelsscheibe auf zwei ausgedehnte Expeditionen oder Fernreisen eines oder mehrerer junger Fürsten der frühen bronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur bis in den vorderen Orient – vielleicht nach Babylon – oder auch bis nach Ägypten zurückgehen könnte. Das auf diesen abenteuerlichen Reisen im Tausch gegen kostbare Gastgeschenke aus baltischem Bernstein angeeignete exklusive technische, astronomische und religiöse Wissen sei nach der Rückkehr durch den Fürsten auf der Himmelsscheibe als eine Art Memogramm festgehalten und zum Auf- und Ausbau erster zentralistischer Machtstrukturen in dieser Region mit weitreichenden politischen Verbindungen genutzt worden, deren Fortbestand hier allerdings nur über einige wenige Herrschergenerationen hinweg gesichert werden konnte.
Nachdem wir uns gestern diese Ausstellung Neue Horizonte angesehen haben, sind wir heute am Fundort der Himmelsscheibe auf dem Mittelberg bei Nebra unterwegs. Es wird eine lange Wanderung bei wunderbarem Herbstwetter. Aber schon lange bevor um 18.30 Uhr die Sonne hinter dem Horizontbogen verschwindet, müssen wir uns warm anziehen.

Wassertankpinsel mit grauer Zeichentinte, schwarzer Brush Pen, Aquarellfarben und Buntstiftstummel auf 21 x 29,7 cm (200 g/qm Aquarell-Skizzenbuch A5).
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sprachlos in Halle

Micro-Tintenroller und Buntstiftstummel auf 21 x 14,8 cm (96 g/qm Skizzenheft A6).

Zusammen mit meinem ältesten Sohn befinde ich mich auf dem Marktplatz in Halle. Zum Gedenken an die Opfer des antisemitischen Terroranschlags vor genau einem Jahr läuten jetzt um 12:01 Uhr die Glocken der Marktkirche zu einer Schweigeminute. Am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur hatte ein 28 Jahre alter deutscher Attentäter zunächst vergeblich versucht, schwer bewaffnet in die Synagoge einzudringen. Danach erschoss er zwei Menschen und verletzte bei seiner anschließenden Flucht weitere Menschen schwer. Es drängt sich allerdings der Eindruck auf, dass Trauer darüber hier nur wenige Menschen bewegt. Viele Passanten laufen unbekümmert quatschend weiter.

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Warm-up

6B Graphitstift auf 21 x 27,7 cm (100 g/qm Skizzenpapier)

Um zehn bin ich in Bonn mit einem Freund zum Zeichnen verabredet. Zuerst die toten Tiere im Museum Koenig. Ich beginne in der Arktis und wandere weiter in die afrikanische Savanne. Inzwischen ist es ein richtig warmer Herbsttag geworden. Am Nachmittag gehen wir den Rheinuferweg weiter und landen schließlich am Blinden-Brunnen gleich hinter dem Japanischen Garten. Die Plastik zeigt die alte Geschichte von den Leuten, die einen Elefanten aus ihrer jeweils unterschiedlichen Perspektive wahrnehmen, ohne ihn sehen zu können. Es wird kühl. Ich schaffe es gerade noch vor Ladenschluss, ein paar Sachen fürs Abendessen zu kaufen. Auf der Rückfahrt nach Wuppertal prasselt der Regen aufs Auto.

Wassertankpinsel mit grauer Zeichentinte, schwarzer Brush Pen und Buntstiftstummel auf 21 x 27,7 cm (100 g/qm Skizzenpapier)

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3 x ten minutes older

Wassertankpinsel mit grauer Zeichentinte, schwarzer Brush Pen und Aquarellfarben auf 29,7 x 21 cm (300 g/qm Aquarellpapier, kaltgepresst)

Wir sitzen auf der Mühlenstraße hinter dem Langenberger Bürgerhaus und zeichnen ein paar Gebäude jenseits des Hardenberger Bachs. Drei Burschen schlurfen vorbei. Einer fragt, ob ich ihn porträtieren könne. Ich habe keine Zeit mehr, einen nach dem anderen zu zeichnen, also wenn überhaupt, dann gleich alle drei zusammen. Sie setzen sich brav auf die Treppe und halten tatsächlich 20 Minuten still. Ich frage nach, wie diese Straße heißt. »Die Meile.« Aha. Als ich fertig bin, kopieren sie sich meine Zeichnung ins Smartphone und ziehen zufrieden ab. 10 Minuten später kommen noch zwei von der Sorte. Sie haben erfahren, »dass man sich hier zeichnen lassen kann«. Hätten ihre Kumpels auf Insta gepostet. Oha! Velbert-Langenberg fühlt sich heute ein bisschen an wie Place du Tertre.

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