Archiv der Kategorie: Tronie

Tronies

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Kreul Solo Goya Triton Acrylfarbe auf 50 x 70 cm (110 g/qm Marpa Jansen Recycling-Skizzenpapier).

Habe momentan in der Schule viel um die Ohren, so dass ich wieder lange nicht zum Zeichnen gekommen bin. Zwischendurch ergab sich diese Woche allerdings eine schöne Gelegenheit für ein paar schnelle Tronies, während meine Q2-Schüler mit ihrer Malerei-Aufgabe beschäftigt waren: statt Zeichenstift und Skizzenbuch zur Abwechslung mal Acrylfarbe, breiter Pinsel und großes Papierformat.
»Tronie« ist ein alter aus dem romanischen Sprachraum entlehnter niederländischer Ausdruck, der heute nur noch meist abwertend für ein unansehnliches Gesicht im Sinn von »Visage«, »Fratze« oder »Fresse« gebraucht wird. Im 17. Jahrhundert hatte der Begriff noch einen völlig anderen Klang. Man bezeichnete damit allgemein Mimik und Gesichtsausdruck. In der niederländischen Kunst des Barock war die Tronie mit ihrer erfrischend veristischen Darstellung physiognomischer Besonderheiten von Gesichtern und ausdrucksstarker Mimik ein eigener Bildtypus. Solche Bilder wurden in virtuoser Technik vor dem lebenden (meist anonymen) Modell gezeichnet oder gemalt. Im Unterschied zum Porträt geht es bei der Tronie nicht um die Darstellung individueller Persönlichkeiten, sondern vielmehr um typisierte positive oder negative menschliche Eigenschaften und das damit verbundene breite Spektrum möglicher Affekte und Emotionen. Auch flüchtige Momenthaftigkeit spielt eine Rolle. Tronies wurden in den Niederlanden während des Goldenen Zeitalters geradezu massenhaft produziert. Als eigenständige repräsentative Kunstwerke standen sie bei Sammlern hoch im Kurs, weil sie in ihrer lebensnahen Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit viel Freiraum für subjektive Deutungen und Assoziationen boten. Hiermit konnte man als Besitzer seinen gehobenen Kunstgeschmack demonstrieren. Der Leidener Maler Jan Lievens gilt neben Rembrandt Harmensz. van Rijn als stilbildender Troniekünstler dieser Epoche.

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Digitalöl

Wacom Bamboo Stylus, ArtRage, iPad mini. Originalauflösung: 1024 x 768 Pixel.

Das nächste Highlight in meiner digitalen Werkzeugkiste könnte ArtRage von Ambient Design aus Auckland werden. Bisher habe ich erst die Funktion für Ölmalerei probieren können. Nicht schlecht! Malerei ist zwar momentan nicht mein Thema. Aber mal sehen, vielleicht ist auch der Aquarellpinsel für schnelle Skizzen zu gebrauchen. Bin erstaunt über die professionelle Qualität dieser virtuellen Werkzeuge. Zudem ist bei ArtRage die Bildqualität nicht an die relativ geringe Screenauflösung des iPad mini gekoppelt. Immerhin 2048 x 2048 Pixel sind möglich. Das entspricht bei 300 dpi einer Bildgröße von gut 17 x 17 cm. Zwar auch nicht gerade überwältigend, aber in Ordnung.

Die Qualitäten von echtem Zeichenstift und Papier weiß ich wirklich zu schätzen. Schwer ist es trotzdem, der Faszination des Zeichnens auf dem iPad-Screen nicht zu erliegen. Schon toll, wenn man mit den leistungsstarken Werkzeugen so unbekümmert und flexibel herumprobieren kann und immer alles, was man zum Skizzieren braucht, in einem einzigen handlichen Gerät dabei hat. Das gibt mir für meine Freihandskizzen jedenfalls einen gewaltigen Schub.

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